
Ich habe lange geglaubt, dass man irgendwann „ankommt“.
In einem Beruf, an einem Ort, mit einem Gefühl von Sicherheit.
Stattdessen war ich viele Jahre unterwegs.
Zwischen Städten, Projekten und Lebensentwürfen.
Und mit der leisen Frage im Hintergrund, warum manche Dinge funktionieren und andere immer wieder scheitern, obwohl man sich Mühe gibt.
Heute weiß ich:
Mich hat nie das schnelle Ergebnis interessiert.
Sondern das, was darunter liegt.
Mein Weg: zwischen Bewegung und Stillstand
Ich habe Sprachwissenschaften studiert, in unterschiedlichen Unternehmen gearbeitet und war lange viel unterwegs, auch international.
Oft mehr aus dem Koffer heraus lebend als aus festen Routinen.
Das war spannend, gleichzeitig aber auch anstrengend.
Was mich in dieser Zeit begleitet hat, war weniger die Suche nach dem nächsten Ziel, sondern nach Sinn und Zusammenhang.
Nach dem, was Menschen antreibt, hemmt oder immer wieder in dieselben Muster führt.
Zurück in der Heimat kam mein erster eigener Hund.
Und mit ihm ein Stillstand, den ich so nicht erwartet hatte.
Plötzlich ging nichts mehr nebenbei.
Nicht Beziehung.
Nicht Führung.
Nicht Entwicklung.
Der Hund als Spiegel – und der Anfang von Verantwortung
Mit dem eigenen Hund wurde mir schnell klar, dass Nähe allein nicht reicht.
Dass gute Absichten keine Klarheit ersetzen.
Und dass viele Probleme weniger mit dem Hund zu tun haben als mit mir selbst.
Ich landete in Hundeschulen, im Hundesport, in der Rettungshundearbeit und schließlich in der Ausbildung zur Hundetrainerin.
Dort trafen Menschen mit völlig unterschiedlichen Hintergründen aufeinander:
Halter, Sportler, Teams mit viel Erfahrung und solche, die ganz am Anfang standen.
Was uns alle verband, war der Anspruch, „es richtig machen“ zu wollen.
Und gleichzeitig die Unsicherheit, ob das eigene Wissen wirklich trägt.
Die Prüfung bei Ziemer & Falke und das Scheitern, das alles verändert hat
Der prägendste Moment kam kurz vor meiner eigenen Prüfung bei Ziemer & Falke.
Ich hatte gelernt: konsequent, strukturiert, monatelang.
Hausaufgaben, Fragebögen, Inhalte. Alles war da.
Und trotzdem fiel ich durch eine Probeprüfung.
Nicht, weil ich nichts getan hatte.
Sondern weil mir in diesem Moment klar wurde:
Auswendig gelerntes Wissen ist noch kein echtes Verstehen.
Ich verschob meinen Prüfungstermin und begann, die Inhalte neu zu sortieren.
Nicht nach Kapiteln.
Sondern nach Zusammenhängen.
Nicht mit dem Ziel, alles zu wissen, sondern zu begreifen, warum etwas so ist.
Aus genau diesem Prozess heraus entstand später, gemeinsam mit Andi (meinem Dozenten) die Lernstruktur, aus der heute unsere gemeinsame Lernplattform für angehende Hundetrainer gewachsen ist.
Nicht als Produktidee.
Sondern als Antwort auf ein echtes Problem.
Systemisches Coaching – der Blick, der alles verbindet
Einige Jahre später absolvierte ich zusätzlich eine Ausbildung im systemischen Coaching.
Ursprünglich für die Arbeit mit Menschen und Teams.
Heute weiß ich:
Dieser Blick verbindet alles, was ich tue.
Systemisches Coaching bedeutet für mich nicht, Lösungen vorzugeben.
Sondern Zusammenhänge sichtbar zu machen.
Beziehungen zu verstehen.
Und Entwicklung als Prozess zu begreifen, nicht als Zustand.
Genau dieser Ansatz prägt auch mein Verständnis von Hundetraining.
Denn Verhalten entsteht nie isoliert.
Weder beim Hund noch beim Menschen.
Warum ich schreibe und für wen dieser Blog ist
Heute lebe ich mit meinen zwei Hunden in der Natur, arbeite beruflich in unterschiedlichen Kontexten, führe meine Hunde im Dienst und Sport und begleite Menschen im Coaching.
Und ich lerne weiter.
Nicht, weil ich „fertig“ sein will.
Sondern weil Entwicklung genau dort beginnt, wo wir aufhören, uns etwas vorzumachen.
Dieser Blog ist für Menschen,
die tiefer schauen wollen.
Für angehende Hundetrainer, die merken, dass Lernen mehr ist als Prüfungsstoff.
Und für alle, die spüren, dass echte Sicherheit nicht aus Methoden entsteht, sondern aus Verstehen.
Wenn du dich hier wiederfindest, dann bist du richtig.
Nicht am Ziel.
Aber auf dem Weg.
Herzlich Willkommen!
Deine Mii

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